Entzerrung

Entzerrungen NAB und IEC / CCIR

Die Bezeichnung NAB (National Association of Radio and Television Broadcasters = USA-Norm) und IEC (International Electrotechnical Commission) IEC ist praktisch identisch mit CCIR (Europäische-Norm).

Normenverbände:
IEC = International Electronic Commission
CCIR = Comité Consultatif International des Radiocommunications
DIN = Deutsche Industrie-Norm
NAB = National Association of Broadcasters
Europa-Norm, genannt IEC, CCIR oder DIN: Zeitkonstante: 35 μs = 4550 Hz
USA-Norm, genannt NAB (früher NARTB): Zeitkonstanten: 3180 μs = 50 Hz und 50 μs = 3180 Hz

In der Signalübertragung versteht man unter einer Entzerrung eine „Verbiegung des Frequenzgangs“, wie zum Beispiel Veränderungen an den Klangreglern eines Verstärkers oder Equalizers. Schaltet man beispielsweise zwei Equalizer hintereinander und senkt am ersten bestimmte Frequenzen ab um diese dann am zweiten Equalizer um den gleichen Betrag wieder anzuheben, ist das Ergebnis wieder ein „gerader“ Frequenzgang. Das Signal wird dabei weder nach dem ersten, noch nach dem zweiten Equalizer verzerrt.

Einfach ausgedrückt korrigiert die Entzerrung die systembedingten Verluste, die bei einer Aufzeichnung hoher Töne auftreten. Damit sich aber bezüglich des Frequenzgangs und dem Rauschabstand brauchbare Werte ergeben, wird das Spektrum amplitudenmäßig verzerrt und bei der Wiedergabe wieder entzerrt. Damit die Austauschbarkeit von Tonbändern gewährleistet bleibt, handelt es sich bei diesem Vorgang um einen automatischen, genormten Vorgang,

Bei einer Verzerrung handelt es sich um eine Verfälschung des Signals, die nicht wieder korrigiert werden kann.

Der Begriff des Entzerrervorverstärkers ist auch vom Plattenspieler her bekannt. Beim Schneiden einer Vinylplatte (genauer gesagt der Matrize) ist der Frequenzgang nicht linear. Hier werden die tiefen Frequenzen schwächer und die hohen Frequenzen stärker in die Matrize geschnitten. Daher muss das Signal des Tonabnehmer nicht nur verstärkt sondern darüber hinaus auch entzerrt werden. Der hier zuständige Entzerrervorverstärker hebt die tiefen Frequenzen wieder an und senkt die hohen Frequenzen ab, das Klangbild ist anschließend also wieder stimmig.

Der Begriff der Entzerrung wird also sowohl für die aufnahmeseitige als auch für die umgekehrt wirkende wiedergabeseitige Frequenzgangverbiegung, also Aufnahmeentzerrung und Wiedergabeentzerrung verwendet.

Bei der Bandaufzeichnung wird ebenfalls diese Verbiegung des Frequenzganges verwendet . Bei der Aufnahme findet eine Verzerrung bzw. Frequenzgangverbiegungen statt, die bei der Wiedergabe durch genau entgegengesetzt wirkende Korrekturglieder wieder zu einem linearen Frequenzgang entzerrt werden. Diese Frequenzgangverbiegungen orientieren sich bei diesem Verfahren an der Physik der magnetischen Schallaufzeichnung, also an der Verteilung bestimmter Frequenzen der Tonaufzeichnung, am Rauschen und natürlich an der Höhenaussteuerbarkeit des Bandmaterials.

Die Entzerrung – Frequenzgangverbiegungen ist genormt, damit Magnetbänder auf unterschiedlichen Bandmaschinen immer gleiche Klangbilder ergeben.

IEC / CCIR Entzerrung

Dafür existiert In Europa bereits seit vielen Jahrzehnten eine Norm. Verwendet werden hier die Bezeichnung DIN oder IEC oder auch CCIR, prinzipiell bedeuten diese Bezeichnungen das Gleiche.

Auch in USA erfolgte vor langer Zeit eine entsprechende Normung, die heute als NAB bekannt ist. Leider sind diese vorbenannten

NAB Entzerrung

Normen untereinander nicht identisch.

Weil die Zeitkonstanten der beiden Normen verschieden sind, gibt es bei der Wiedergabe eines IEC-Bandes auf einem NAB-Tonbandgerät – und umgekehrt – hörbare Frequenzgangfehler. Die Unterschiede sind nicht unerheblich und auch im direkten Vergleich hörbar. Der Wiedergabefrequenzgang eines IEC-Bandes, das mit der NAB-Norm wiedergegeben wird, klingt zu hell, weil zu viel Höhen wieder gegeben werden und außerdem Tiefen fehlen. Der Wiedergabefrequenzgang eines NAB-Bandes, das mit der IEC-Norm wiedergegeben wird, klingt zu dumpf, weil Höhen fehlen und außerdem zu viel Tiefen wiedergegeben werden. (Korrekturwerte)

Für den Bandmaschinenmarkt hatte das wesentliche Auswirkungen.

Deutsche und europäische Hersteller verwendeten bei Ihren Bandmaschinen die IEC Entzerrung und die IEC hielt Einzug in deutsche Tonstudios und Rundfunkanstalten. Im Gegensatz dazu verwendeten amerikanische und japanische Hersteller die NAB Entzerrung.

Ender der 60er Jahre kamen immer mehr japanische Geräte auf den europäischen Markt und die privaten Anwender forderten nach einer Vereinheitlichung und dadurch verlagerte sich im Privatbereich der Schwerpunkt zur NAB Entzerrung.

NAB ist im Privatbereich zum Normalfall geworden. Die Rundfunkanstalten und Tonstudios behielten den IEC Standard bei. In fast allen Bandgeräten für die private Anwendung findet sich daher heute die NAB Entzerrung. Bei den semiprofessionellen Geräten wie z.B. ReVox PR99 wird vorwiegend die IEC Entzerrung verwendet und bei den professionellen Studiomaschinen ausschließlich die IEC Entzerrung.

Entzerrungs Konstanten

Einige exklusive Bandmaschinen sind wahlweise auf IEC oder NAB Entzerrung umschaltbar.

ReVox Bandmaschinen für den Privatbereich wie die A77, B77 und die A700 sind üblicherweise nach NAB Entzerrte Geräte. Zu Beachten ist hier, dass die ReVox A77 im Wiedergabebetrieb wahlweise mit NAB oder mit IEC Entzerrung betrieben werden kann. Aufnahmen mit der ReVox A77 erfolgen immer mit NAB Entzerrung.

Die ReVox B77 gab es wahlweise in einer Normal- und einer HS (high speed) Version. Die ReVox B77 HS ist eher am Studiobedarf angelehnt und verwendet IEC Entzerrung.

Die ReVox A700 wurde auf Wunsch in einer IEC Ausführung geliefert, Standard war bei der ReVox A700 die Entzerrung nach NAB.

Die ReVox Bandmaschinen der PR99 Reihe waren normalerweise IEC Maschinen. Auf Wunsch wurden diese Geräte aber auch mit einer Entzerrung nach NAB geliefert.

Grundsätzlich ist dies bei allen erwähnten Verzerrungen  (Anhebung der hohen Frequenzen) besonders zu beachten, wenn der Frequenzgang über Band gemessen werden soll. Wird eine Frequenzgangmessung bei Vollpegel ausgeführt, so treten bei hohen Frequenzen unweigerlich Übersteuerungen auf, die jedes Meßergebnis grundsätzlich verfälschen. Frequenzgangmessungen werden daher immer bei einem Pegel von -20 dB ( 10-fach geringere Eingangsspannung als für Vollaussteuerung erforderlich) durchgeführt.

Darüber hinaus sind die Entzerrungen auch noch bei jeder Geschwindigkeit unterschiedlich. Leider kommt es durch viel Unwissenheit oftmals dazu das „Bastler“ einfach nur die Capstanmotoren austauschen um aus einer Normalversion einer Bandmaschine eine HS Version zu machen oder umgekehrt. Die Ergebnisse sind dann entsprechend bescheiden und unbrauchbar.

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